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Universitätsklinikum Essen
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Geburtsklinik

Invasive Diagnostik

An invasiver Diagnostik und Therapie werden folgende Untersuchungen in unserer Abteilung angeboten: 

  • Chorionzotten-/ Placentabiopsie (ab 12+0 Schwangerschaftswochen)
  • Amniocentese ( ab 15+0 Schwangerschaftswochen)
  • Cordocentese und Transfusion (ab 20+0 Schwangerschaftswochen)

Unter diesen Maßnahmen versteht man Eingriffe, bei denen Gewebe vom Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie/ CVS), Fruchtwasser (Amniocentese/AC) oder Blut aus der Nabelschnur (Cordocentese) entnommen werden. Das so gewonnene Gewebe kann zur Chromosomenbestimmung des Kindes herangezogen werden, um so Erkrankungen der Erbanlagen entdecken zu können. Aus dem Nabelschnurblut kann eine vorgeburtliche Infektion nachgewiesen und das Blutbild des Kindes überprüft werden. In gleicher Sitzung kann notfalls auch eine Bluttransfusion durchgeführt werden, falls eine Blutarmut beim Feten vorliegt.

Im folgenden werden die Untersuchungstechniken kurz skizziert:

Eine Chorionzottenbiospie ist eine Gewebsprobenentnahme aus dem Mutterkuchen, die über die mütterliche Bauchdecke erfolgt. Nach örtlicher Betäubung der Haut wird unter Ultraschallsicht eine dünne Nadel in den Mutterkuchen eingeführt und unter Aspiration einige Mutterkuchenzotten zur Chromosomenanalyse gewonnen. Der Eingriff dauert etwa eine Minute und hat eine Komplikationsrate von knapp 0,5%. Das Ergebnis der Untersuchung liegt nach 24-48 Stunden vor.

Unter Amniocentese versteht man die Entnahme von etwa 10 bis 15 ml Fruchtwasser aus der Fruchthöhle. Ebenso wie bei der CVS wird hier unter Ultraschallsicht eine dünne Nadel über die mütterliche Bauchdecke in die Fruchthöhlte vorgeschoben. Der Eingriff dauert ebenfalls etwa eine Minute und hat eine Komplikationsrate von knapp 0,5%. Das Ergebnis der Untersuchung liegt nach gut zwei Wochen vor, in dringenden Fällen ist auch ein Schnelltest innerhalb eines Tages möglich (FISH), der aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Jeder diese Eingriffe ist mit einem gewissen Komplikationsrisiko verbunden, im Falle der Fruchtwasseruntersuchung und Chorionzottenbiopsie beträgt dies etwa 0,5%, bei der Nabelschnurpunktion etwa 1,0 bis 2,0%. Mögliche Komplikationen sind vorzeitige Wehentätigkeit, überperiodenstarke vaginale Blutungen, Fruchtwasserabgang nach vorzeitigem Blasensprung oder eine fieberhafte Infektion. Diese Ereignisse können zu einer Fehlgeburt führen. Unmittelbare Gefahren für das Kind, z.B. Verletzungen durch die Nadel, sind nicht zu befürchten, ebenso keine direkten Gefahren für die Mutter.

In den meisten Fällen wird die Ultraschalluntersuchung zeigen, daß es dem Kind gut geht und keine organischen Fehlbildungen vorhanden sind. Manchmal müssen aber auch Befunde erhoben werden, die auf einen Organfehler oder weiterführende Probleme hindeuten können, was zusätzliche diagnostische Eingriffe erforderlich machen kann. In diesen Situationen stellen wir den Kontakt zu Kollegen anderer Fachdisziplinen (z.B. Neonatologie, Kinderchirurgie, Kinderkardiologie) her. Sie haben die Möglichkeit, über Ihre Gefühle, Ängste und Hoffnungen sprechen zu können und wir werden Sie auf der Suche nach Ihrer persönlichen Entscheidungsfindung unterstützen.

Selbstverständlich begleiten und unterstützen wir Sie im weiteren Schwangerschaftsverlauf, falls Ihr Kind krank oder behindert sein sollte. Auf Wunsch vermitteln wir Kontakte zu Seelsorgern, Selbsthilfegruppen oder Frühförderstellen. Wir informieren im Rahmen der allgemeinen Schwangerenberatung über staatliche Leistungen und gesetzliche Grundlagen.

Kontakt

Ambulanz für pränatale Medizin

Ansprechpartner: Sr. Aileen Kilincarslan und Sr. Angelika Hover
Täglich von 8-16:30 Uhr

+49 (0) 201 - 723 - 3574