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Gynäkologie

Ovarialkarzinom

Die Therapie des Eierstockkrebses besteht in der Operation, bei der, wenn möglich alle bösartigen Tumorherde entfernt werden sollten und eine anschließende Chemotherapie, die eventuell verbliebene Tumorzellen abtöten soll.

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass auch bei sehr fortgeschrittenem Eierstockkrebs mit ausgedehntem Befall des Bauchfells, sowie der umliegenden Organe durch diese Therapie anders als bei vielen anderen Tumoren - durchaus auch noch eine Heilung möglich ist. Dies erfordert allerdings eine optimale Operation und eine ebenso optimale anschließende Chemotherapie. Auch ist klar, dass eine schlechte Operation  nicht durch eine sehr gute Chemotherapie kompensiert werden kann, ebenso wenig wie eine nicht ausreichende Chemotherapie durch die Operation.

Der erste und allerwichtigste Schritt ist die Operation: Wie findet man nun eine Klinik, in der diese Operation mit möglichst großer Chance auf Entfernung des gesamten Tumors durchgeführt werden kann?

Hierzu hat die Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie eine Erhebung durchführt, die für Deutschland folgendes Ergebnis erbrachte:

In deutschen Kliniken wird nur etwa in 50% der Kliniken eine optimale, den Leitlinien entsprechende Therapie durchgeführt. In der anderen Hälfte konnte entweder die Operation (häufiger), oder die Chemotherapie (seltener) nicht optimal durchgeführt werden.

Da jedoch die Größe des belassenen Resttumors einer der wichtigsten Prognosefaktoren für die Chance auf Heilung ist, wirkt sich diese Situation auch direkt auf die Überlebenschance der Frau aus. So zeigt die Erhebung auch, dass Frauen die mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs, sowohl optimal operiert, als auch chemotherapiert wurden, im Vergleich zu denen bei denen dies nicht der Fall war eine 3x so hohe Überlebenschance nach drei Jahren hatten.

Bei aller Betroffenheit über die Diagnose des Eierstockkrebses und dem Drang eine Therapie schnellstmöglich durchführen zu lassen ist somit noch wichtiger, die richtige Klinik hierfür auszuwählen.

Folgende Hinweise können bei der Auswahl nur ein Ratschlag sein, der weder sicherstellt, dass man individuell gesehen, sicher an der richtigen Stelle ist, noch belegt, das eine Klinik, die diese Kriterien nicht erfüllt, eine schlechtere Therapie durchführt. Andererseits wird durch Berücksichtigung dieser Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöht an einem Zentrum mit möglichst hoher Expertise und der notwendigen Struktur zur Behandlung des Eierstockkrebses behandelt zu werden.

 

 

 

Kriterien zur Auswahl der Klinik

  • ist die Klinik eine Studienklinik der AGO- OVAR oder der NOGGO oder noch besser ein Studienleitzentrum der AGO-OVAR
  • ist die Klinik ein durch die deutsche Krebsgesellschaft zertizifiertes Gynäkologisches Krebszentrum
  • ist die Klinik als europäisches gynäkologisches Krebszentrum durch die ESGO  (European Society of Gynecologic Oncology) akkreditiert
  • ist die gynäkologische Klinik Teil eines durch die deutsche Krebshilfe geförderten Comprehensive-Cancer-Centres (CCC)
  • besitzt der behandelnde Arzt, bzw. Operateur, die Schwerpunktanerkennung (gynäkologische Onkologie) durch die Landesärztekammer, oder ist er (noch besser) sogar weiterbildungsermächtigt für diesen Schwerpunkt
  • bietet diese Klinik Patientinnen mit Eierstockkrebs Studien an, (in der oben erwähnten Erhebung hatten die (Studienkliniken), die besten Ergebnisse)
    werden in der Klinik mehr als 30 Frauen mit Eierstockkrebs im Jahr operiert (bedeutet ungefähr eine Operation alle 2 Wochen). 

Nun wird eine Klinik nicht alle diese Kriterien erfüllen; Die wichtigsten Kriterien sind die Zertifizierung als gynäkologisches Krebszentrum durch die deutsche Krebsgesellschaft, Studienklinik der AGO Ovar oder NOGGO und dass, der die Operation durchführende Arzt im Besitz der Schwerpunktweiterbildung gynäkologische Onkologie ist.

Für den zweiten Schritt der Therapie, der Chemotherapie, gilt o. g. Analog; Hierbei sollte stets geprüft werden, ob es möglich ist im Rahmen einer klinischen Studie behandelt zu werden, da Patientinnen die in klinischen Studien behandelt werden eine bessere Prognose aufzuweisen scheinen.

Krebsfeldchirurgie des Ovarialkarzinoms

 

Die Zahl der am Eierstockkrebs neu erkrankten Patientinnen liegt in Deutschland zwischen 7.000 und 8.000 pro Jahr. Fehlende Symptome, fehlende effiziente Vorsorgeuntersuchungen und die Tumorbiologie (siehe unten) führen dazu, dass das Ovarialkarzinom in den meisten Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Eine Behandlung der Erkrankung mit dem Ziel der lokoregionalen Tumorkontrolle durch die operative Entfernung des gesamten ontogenetischen Krebsfeldes ist in dieser Situation nicht mehr möglich. Wie oben erläutert werden bei optimaler Durchführung gute Erfolge mit den konventionellen Operationstechniken der maximalen Entfernung des Tumorgewebes und zusätzlicher medikamentöser Therapie erreicht.

In den relativ seltenen frühen Stadien des Eierstockkrebses sollten die Krebsfeldoperationen ebenso wie bei den anderen gynäkologischen Tumorentitäten Vorteile bringen. Allerdings liegen hierfür gesicherte Daten noch nicht vor.

Die totale mesogonadale Resektion entfernt den vom Tumor befallen Eierstock und das Mesovar mit dem kompletten Ligamentum infundibulopelvicum, dem Ligamentum ovarii proprium, dem Ligamentum latum mit dem peritonealen Mesometrium  und der ipsilateralen Tube. Der Eingriff wird durch eine topografisch definierte Entnahme von Peritonealbiopsien komplettiert. Zusammen mit der diagnostischen lumbopelvinen first-line Lymphknotenentfernung und bei intraoperativem Hinweis auf Metastasen der therapeutischen lumbopelvinen Lymphonodektomie sollte beim Ovarialkarzinom im frühen Stadium die maximale Tumorkontrolle erzielt werden können.

In den meisten Fällen von Eierstockkrebs, dem epithelialen Ovarialkarzinom, geht die bösartige Erkrankung von Zellen aus, die normalerweise in der Tube oder der Gebärmutter vorkommen. Das ontogenetische Krebsfeldmodell liefert für die bislang unverständliche Tatsache schlüssige Erklärungen. Damit die transformierten Zellen des Müllerschen Systems den Eierstock kolonisieren können, müssen sie in der malignen Progression schon fortgeschritten sein. In diesem Malignitätsstadium können sie auch das gynäkologische Bauchfell befallen. Es ist dann nur noch ein weiterer Malignitätsschritt erforderlich, um den gesamten Bauchraum zu besiedeln.

Prof.  Dr. med. Rainer Kimmig
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